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 Mein persönlicher Corona-Ticker - Wissen ist notwendig, um sich eine Meinung bilden zu können

 Corona-Berichte findet man in den üblichen Medien zu Hauf. Meistens berichten sie nur über die Fallzahlen, d.h. die getesteten Menschen mit positivem PCR-Ergebnis. Diese Daten sind von der Johns-Hopkins-University in den USA und sind umfangreicher:

 Bilder (und damit Zahlen) vom 26.2.21

https://www.worldometers.info/coronavirus/country/germany/

Die Zahl der positiv getesteten Menschen fiel im Januar ab und bleibt danach gleich. Erfolg des Lockdowns? Oder weniger getestet?

und hier die Zahl der Toten mit positivem Coronatest, diese Zahl ist weniger malipulativ, denn Tote werden immer gezählt (allenfalls ist es etwas problematisch, wenn man bspw. Verkehrsunfälle mit positivem Test als Coronatote zählt (ist so!) aber das sind - vermutlich - eher wenige, also hier die "mit oder an Covid Gestorbenen": 

Die Zahlen sinken erfreulicherweise seit Februar etwas, sind aber iminternationalen Vergleich immer noch ziemlich hoch

https://www.destatis.de/DE/Themen/Querschnitt/Corona/Gesellschaft/bevoelkerung-sterbefaelle.html

Interessanterweise liegt die aktuelle Sterblichkeit nun auf dem Vorjahresniveau. Die zusätzlichen Todesfälle müssen also irgendwie ausgeglichen werden! Woran stirbt man also aktuell seltener? Grippe? Irgendwie sind alle Erkrankungen für Februar unheimlich niedrig, auch die Coronafälle erhöhen die Kurve anscheinend nicht. Wo ist denn die Pandemie????

 

Bitte sehen Sie es sich selbst an, wenn Sie es nicht glauben:

https://influenza.rki.de/Default.aspx

Das oben ist der Verlauf der AKUTEN ATEMWEGSERKRANKUNGEN ebenfalls RKI Daten... Man sieht die Corona-Welle gar nicht !!!! Aktuell ist es total ruhig. Eigentlich sollte diese Kurve ja parallel zu der der Fallzahlen laufen. Vielleicht haben die Fälle aber gar keine fassbare Atemwegskrankheiten? Oder nur wenige davon? Die Grafik ist erst mal völlig rätselhaft!

Meine Überlegung gilt mE immer noch genauso wie Anfang Februar:

Fakten sind:

1.) etwa 86% der Toten lebten vorher im Altenheim
2.) Die Sterbewahrscheinlichkeit hochbetagter Menschen liegt bei über 1/3 der Kranken
3.) 90% der Corona-Toten sind über 75 Jahre alt geworden
4.) 90% der positiv getesteten "Fälle" sind jünger als 75 Jahre alt gewesen
5.) Die Zahl der Toten und die Fallzahl bleibt ziemlich hoch seit November
6.) Die Zahl akuter Atemwegserkrankungen liegt im kompletten Herbst auf Normalhöhe und aktuell fast auf Sommerniveau

Erklärungsversuch:

Wenn nun also 7/8 der Toten aus Heimen kommen und 9/10 über 75J alt sind, dann sind das zwar so viele, dass die Corona-Toten-Zahl hoch ist und bleibt, aber andererseits so wenige, dass es kaum Atemwegsinfekte gibt. Vermutlich sind das dann die alten Menschen, denn die jungen sind (sehe ich in der Praxis und höre ich bei Gesprächen) aktuell ziemlich gesund (vermutlich wegen der AHA-Regeln, in wie weit sich das auf Dauer rächen wird - von wegen mangelndes Training des Immunsystems bleibt abzuwarten, aktuell ist es jedenfalls erfreulich). Die Fallzahl wäre dann also bezüglich der Todesraten ziemlich irrelevant. Wenn man also den Index akuter Atemwegserkrankungen nur bei alten Menschen emitteln würde, dann könnte der parallel zu den Corona-Todeszahlen laufen !

Impfungen!

Seit Januar impfen die "Impfzentren" die Prioritätsgruppe Nr 1 (älter als 80) und seit dem 22.2. auch die Gruppe 2 (über 70 und chronisch krank) . Wenn Sie unter 70 sind, aber geimpft werden möchten, müssen Sie eine "passende Krankheit" haben oder einen zu pflegenden Angehörigen. Wir können das auf Wunsch bescheinigen, die Termine müssen Sie sich aber selber organisieren unter 116117... Ob es "passt" sehen Sie hier:https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/C/Coronavirus/Verordnungen/CoronaImpfV_BAnz_AT_08.02.2021_V1.pdf

 

Ich rate Ihnen auf jeden Fall zur Impfung, wenn Sie über 70 Jahre alt sind oder eine chronische Erkrankung haben!

Was ist mit den Jüngeren?

Es gibt Argumente für und gegen die Impfung (auch wenn man uns glauben machen will, dass es nur welche für sie gäbe):

PRO

Die Impfungen sind eindeutig ziemlich sicher (niedrige Komplikationsraten, wenige gefährliche Nebenwirkungen, nur extrem wenige Todesfälle (Zusammenhang sehr fraglich). Langzeitfolgen sind bei Impfungen ohnehin sehr selten, werden aber meistens erst später erkannt, treten aber üblicherweise früh auf. Angesichts der vielen geimpften Menschen weltweit sollte man bei der Corona-Impfung schon welche festgestellt haben, wenn es welche gäbe. Das ist aber lt. offiziellen Quellen nicht der Fall. Die Impfung also auch diesbezüglich sicher.

Geimpfte Menschen haben harmlosere Verlaufe, sterben also weniger selten und haben auch weniger Viren, die sie ausatmen. Damit sollten sie weniger ansteckend sein. Das schützt die Ungeimpften.

Unsere Freiheit (Reisefreiheit, Teilnahme am öffentlichen Leben usw.) hängt möglicherweise davon ab, dass wir uns impfen lassen. Das ist eine politische Entscheidung, aber es sieht sehr danach aus, als ob man demnächst ohne Impfnachweis nur noch Bürger zweiter Kasse ist. Und das wollen Sie ja nicht sein. Die Politik zu ändern erscheint unmöglich, die Parteien bei der Wahl scheinen alle nur noch eine Meinung zu vertreten....

CONTRA

Die Nebenwirkung der Impfung sind bei jüngeren Menschen nicht harmloser, als der zu erwartender Krankeitsverlauf (meistens gar keine Symptome, ggf. etwas Fieber usw.) Langzeitschäden werden bei Impfungen ebenso wie bei der Krankheit diskutiert, die Sterberate ist in beiden Fällen sehr niedrig bis nicht vorhanden. Der individuelle Vorteil der Impfung ist also allenfalls sehr gering.

Die bisherigen Impfstoffe wirken alle nur gegen wenige Details des Virus (einzelne Spikeproteine). Mutationen des Virus (RNS-Viren mutieren ziemlich schnell) können schnell dazu führen, dass die Impfung nicht mehr wirkt. Totimpfungen mit kompletten Viren bzw. durchgemachte Infektionen sollten diesbezüglich stabiler schützen.Das hat folgenden Grund: Es gibt bei einer Infektion nicht nur ein Oberflächenmerkmal des Erregers, sondern viele und deswegen auch nicht nur einen Antikörper dagegen sonden auch viele. Je mehr unterschiedliche Antikörper wir entwickeln, umso mehr muss ein Virus mutieren, damit die Immunität nicht mehr funktioniert - man also nochmal krank wird. Beispiel: ein Virus habe 10 Oberflächenmerkmale (in Wirklichkeit sind es mehr). Davon mutiert (ändert sich die Oberfläche) nun irgend eines. In dem Fall "kennt" der Körper sozusagen 90% des Virus und die neuen 10% reichen nicht aus um die Immunität zu durchbrechen. Die 10% werden "dazugelernt". Wenn ich einen sehr schmalen Impfstoff verwende mit nur ganz wenigen Merkmalen  und blöderweise ändert sich eines der relevanten Antigene dann funktioniert der Impfstoff nicht mehr. (deswegen kann der Astra-Impfstoff die in Südafrika entdeckte Virusvariante nicht mehr abdecken!)

Wenn der Impfstoff nicht steril immun macht (und das wird allenfalls bei dem Biontech Impfstoff ersthaft diskutiert) (und den kriegen junge Leute nicht), dann hat das zwei Nachteile: Erstens kann man auch geimpft weiterhin Menschen anstecken und zweitens können sogenannte permissive Impfungen Mutationsentwicklungen massiv fördern. (Erklärung: Man wird immer von mehreren Viren angesteckt, darunter auch zufällig Mutanten. Wenn man nun geimpft ist (nur gegen das "Original" - mit einem Impfstoff der Mutanten nicht erkennt), dann vermehren sich NUR diese weiter. Es sind dann zwar weniger Viren vorhanden, die abgehustet werden, diese Viren sind aber dann alle so mutiert, dass sie auch für bereits geimpfte Leute gefährlich sind.) Je mehr Menschen, die das nicht unbedingt brauchen, man mit permissiven Impfstoffen impft, umso schneller verlieren die Impfungen ihre Wirkung und je "schmaler" die Impfungen sind, umso schneller geht das dann. Dann sind die vulnerablen Gruppen plötzlich wieder schutzlos und das schneller als nötig (weil man nämlich Gruppen impft, die eigentlich gar nicht vulnerabel sind...) (und das ist nicht nur mein Idee:https://background.tagesspiegel.de/gesundheit/wie-impfungen-corona-anstacheln-koennten) Das wäre für die Älteren sehr schlecht!
 

FAZIT

Es gibt also Argumente pro und contra. Sie werden Sich also selber individuell entscheiden müssen. Wenn Sie sich impfen lassen möchten, dann sind wir Ihen gerne behilflich (s.oben), wenn nicht, dann ist das ebenso in Ordnung für uns.  Ich bin nach wie vor der Überzeugung, dass man in medizinischen Fragen keinen Zwang ausüben darf.

Was hab ich selber gemacht:
Nun, ich bin zwar erst Anfang Fünfzig, aber könnte als Hausarzt in der zweiten Gruppe geinmpft werden.Ich habe mich nach reiflicher Überlegung gegen eine Impfung zum aktuellen Zeitpunkt entschieden und zwar vor allem wegen des Mutationsarguments. Wenn man mich deswegen nicht in Urlaub fahren lässt, dann muss ich das eben aushalten. ;-) und ja, das ist nur meine Meinung und ich kann mich natürlich irren, aber auch das Recht zu irren ist ein hohes Gut!

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Praxis Dr. Jürgen Fehr Internist - Hausarzt | dr-fehr@web.de